Personalabbau

Gerät ein Unternehmen in eine wirtschaftliche Schieflage, kann Personalabbau notwendig sein. Um Personal freizusetzen, gibt es neben den Entlassungen eine Vielzahl weiterer, oft sozialverträglicherer Möglichkeiten.

Ursachen für einen Personalabbau

Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum ein Unternehmen Personalabbau anstrebt. Die häufigsten sind:

  • Die wirtschaftliche Situation bis hin zur existenzbedrohenden Krise
  • Verlagerung eines Standorts
  • Sinkende Nachfrage in der Branche
  • Saisonale oder wetterbedingte Schwankungen
  • Strukturelle Veränderungen
  • Konjunkturelle Schwankungen
  • Rationalisierungsmaßnahmen

Umsetzung eines Personalabbaus

Primäres Ziel des Personalabbaus ist es, den Personalbestand und die damit verbunden Personalkosten zu senken. Die einfachste Methode ist hier die Kündigung, die bei einem umfangreicher angelegten Personalabbau häufig betriebsbedingt und in Form von Massenentlassungen erfolgt. Neben dieser „harten“ Methode des Personalabbaus gibt es zahlreiche Alternativen, die sich sozialverträglicher gestalten lassen:

Arbeitszeitverkürzung: Die Verkürzung der Arbeitszeit lässt sich durch verschiedene Maßnahmen erreichen, zum Beispiel durch Kurzarbeit, Abbau von Überstunden, Urlaub und Gleitzeitguthaben oder das Angebot von Teilzeitarbeit.

Versetzung: Der Arbeitnehmer wird auf einen anderen Arbeitsplatz versetzt. Ist die hierfür erforderliche Qualifikation nicht vorhanden, können auch Maßnahmen der Personalentwicklung Teil des Konzepts sein.

Befristete Arbeitsverträge: Befristete Arbeitsverträge werden nicht verlängert und laufen ordnungsgemäß aus. Dies ist insofern vorteilhaft, weil keine Abfindungen – wie möglicherweise bei Kündigungen - gezahlt werden müssen.

Natürliche Fluktuation: In jedem Unternehmen gibt es eine Fluktuation, die sich vorteilhaft nutzen lässt, indem Stellen nicht mehr nachbesetzt werden. Typische Beispiele hierfür sind Eigenkündigungen von Arbeitnehmern, Pensionierung oder ausscheidende Langzeitkranke.

Fördern der Fluktuation: Die Fluktuation lässt sich fördern, indem man für die Arbeitnehmer das freiwillige Ausscheiden attraktiver gestaltet. Beispiele hierfür sind: Das Angebot von Teilzeit / Altersteilzeit, Aufhebungsvereinbarung mit einer Abfindung, vorgezogene Pensionierung.

Tipps für einen erfolgreichen Personalabbau

Die Schwierigkeit bei einem Personalabbau ist weniger, das Personal zu reduzieren. Die Herausforderung liegt darin, durch den Personalabbau den verbleibenden Rest der Belegschaft nicht zu demotivieren. Ein Unternehmen, das planvoll, offen und sozial verträglich mit dem Thema Personalfreisetzung umgeht, sichert sich das Ansehen von Mitarbeitern, Partnern und Öffentlichkeit.

Ist der Personalabbau im Rahmen der Unternehmensstrategie unumgänglich, so sollte man die Entlassungen genau planen und die Ziele der Maßnahme festlegen. Dabei muss klar sein, wie die Auswahl der freizusetzenden Personen ablaufen wird. Dazu muss eingeplant werden, wie Schlüsselpersonen, verbleibende Mitarbeiter und Führungskräfte sowie die zu Entlassenden unterstützt werden können. Bei Massenentlassungen muss das Arbeitsamt unterrichtet werden.

Eine wichtige Bedeutung hat schließlich die Ankündigung der personellen Maßnahmen. Sowohl der Belegschaft als auch der Öffentlichkeit ist der Stellenabbau als Teil der notwendigen Erneuerung zu erklären. Alle Gruppen sollten die Gründe und das zukünftige Konzept nachvollziehen können. Ebenfalls wichtig und notwendig ist die Kommunikation mit den Angestellten. Es sollte ein offener, ehrlicher Dialog stattfinden. Damit zeigt sich die Unternehmensführung interessiert an der Meinung der Mitarbeiter, kann Fragen klären und Ängste abbauen. Diese Transparenz und Fairness schätzen die Betroffenen wie die verbleibenden Arbeitnehmer gleichermaßen. Sie fühlen sich respektiert, informiert, können die Gründe für die Maßnahmen besser nachvollziehen und sind auf die neue Situation vorbereitet.

Weitere wichtige Maßnahmen für einen erfolgreichen Personalabbau mit möglichst geringen Reibungsverlusten sind:

  • Vermeidung von Kündigungsschutzklagen durch außergerichtliche Abwicklung gekündigter Arbeitsverhältnisse
  • Gesprächsbereitschaft bei Problemen und Sorgen seitens der Arbeitnehmer
  • Regelmäßige Gespräche mit den verbleibenden Arbeitnehmern, insbesondere mit Leistungsträgern und Führungskräften
  • Einbeziehen aller rechtlichen Voraussetzungen für den Personalabbau
  • Motivationsfördernde Maßnahmen zur Erhaltung der verbleibenden Arbeitnehmer
  • Berücksichtigung des Mitbestimmungsrechts des Betriebsrats

So kann sichergestellt werden, dass die Grundstimmung im Unternehmen trotz der negativen Entwicklung positiv bleibt.

Ihr Anwalt zum Thema: Joachim Schwarz

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