Testament / Testamentarische Verfügung

Die Testamentarische Verfügung ist eine vom Erblasser verfasste Willenserklärung über den Verbleib seines Vermögens. Diese Willenserklärung kann jederzeit widerrufen werden. Wenn der Erblasser stirbt, aber kein Testament hinterlässt, tritt automatisch die gesetzliche Erbfolge in Kraft, die ganz bestimmte Regeln der Aufteilung des Nachlasses auf Familie und Verwandtschaft vorsieht. Wenn der Erblasser mit dieser Aufteilung nicht einverstanden ist, kann er also mit Hilfe eines Testaments eigene, klare Regelungen definieren. Eine Alternative zum Testament ist der sogenannte Erbvertrag.

Arten von Testamenten

Das Erbrecht kennt verschiedene Arten von Testamentarischen Verfügungen. So gibt es z. B. Einzeltestamente, Ehegattentestamente, Geschiedenentestamente oder Unternehmertestamente.

Einzeltestament

Einzeltestamente werden insb. von unverheirateten Personen, Alleinstehenden oder Geschiedenen aufgesetzt. Mit dem Einzeltestament können die Erblasser alle wichtigen Regelungen bzgl. Erbeinsetzung, Ersatzerben über Vermächtnis bis zur Testamentsvollstreckung regeln.

Ehegattentestament

Ehegatten sind gut beraten ein Ehegattentestament aufzusetzen, um im Todesfall den Überlebenden Gatten abzusichern. Neben dem gemeinsam aufzusetzenden öffentlichen Testament können Ehegatten auch eine besondere Form, das sog. Berliner Testament, errichten. Dieses ist vor allem bei Ehegatten mit Kindern sehr verbreitet.

Geschiedenentestament

Mit Inkrafttreten einer Scheidung entfällt das gesetzliche Erbrecht inkl. des Pflichtteilsrechts. Doch viele Paare bedenken nicht, dass ein ggf. aus früheren Tagen vorliegendes Testament dennoch rechtskräftig bleibt. Um zu verhindern, dass ein Ex-Ehegatte im Todesfall das Vermögen verwaltet, kann ein sog. Geschiedenentestament aufgesetzt werden.

Unternehmertestament

Viele Unternehmer unterschätzen die Wichtigkeit einer frühzeitigen Nachfolgeregelung. Im plötzlichen Todesfall des Unternehmers kommen die gesetzlichen Regelungen zum Tragen, die jedoch nicht immer vorteilhaft sind. Mit einem sorgsam vorbereiteten Unternehmertestament können viele mögliche Problemfälle abgefangen werden.

Obgleich der Gesetzgeber dem Erblasser eine gewisse Freiheit bei der Testamentsgestaltung eingeräumt hat, kann ein Testament nicht beliebig aufgesetzt werden. Mit einem erfahrenen Rechtsanwalt an der Seite laufen Erblasser nicht Gefahr, juristisch ungültige Schreiben aufzusetzen oder die verbliebenen Erben durch unklare Formulierungen in Streitigkeiten zu verwickeln.

Ihr Anwalt zum Thema: Markus Jansen

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